Die Pummelfee
Tief im Glitzerwald, zwischen dicken Moospolstern und summenden Blumen, lebte eine ganz besondere Fee, sie hieß Lila.
Lila war rund. Nicht ein bisschen rund. Sondern richtig rund.
Ihre Wangen waren weich wie Pfirsiche, ihr Bauch kugelrund wie ein kleiner Kürbis.
Und ihre Flügel?
Nun ja … sie waren wunderschön – aber nicht besonders schnell.
Während die anderen Feen blitzschnell durch die Luft sausten, flatterte Lila eher … gemütlich.
„Surr-surr!“ machten die anderen.
„Fluff-fluff“, machten Lilas Flügel.
Manchmal kicherten die schnellen Feen. „Du bist zu pummelig zum Fliegen!“
Lila lächelte tapfer. Aber abends, wenn sie allein auf ihrem Pilzhocker
saß, seufzte sie.
„Vielleicht bin ich keine richtige Fee …“
Eines Tages zog ein Sturm über den Glitzerwald. Blätter wirbelten, Äste knackten.
Und mitten im Chaos hörte man ein leises Wimmern.
Ein kleines Glühwürmchen war unter einem schweren Blatt eingeklemmt.
Die schnellen Feen flogen herbei – doch der Wind war zu stark. Sie wurden immer wieder weggeweht.
Lila flatterte heran. Langsam. Ruhig. Schwerer als die anderen – und genau das war ihr Vorteil.
Der Wind konnte sie nicht so leicht packen.
Sie stemmte ihren runden Bauch gegen das Blatt.
Drückte. Schob. Keuchte.
„Fluff … fluff …“
Und mit einem letzten kräftigen Stoß rollte das Blatt zur Seite.
Das Glühwürmchen war frei.
Und plötzlich verstanden es alle
Nicht jede Fee muss schnell sein.
Nicht jede Fee muss zart sein.
Manche Feen sind stark.
Manche sind mutig.
Und manche – wie Lila – sind genau richtig, so wie sie sind.
Von diesem Tag an nannte man sie nicht mehr Pummelfee.
Man nannte sie:
Lila, die Sturmbändige.