Der Weg, der sich selbst erfindet
Er hatte einen Rucksack, zwei feste Schuhe und keine Ahnung, wohin. Genau so fängt fast alles an, was später nach einem Plan aussieht.
Der Weg vor ihm machte, was Wäge in solchen Fällen tun: Er wand sich. Erst nach links, weil links die Sonne stand, dann nach rechts, weil rechts ein Zaun war, und dann in eine Schleife, für die es keinen Grund gab außer dem, dass Wege gerne Schleifen machen.
Der Weg entsteht nicht vor dir. Er entsteht hinter dir.
Zweimal kam er an einer Stelle vorbei, an der er schon gewesen war. Beim ersten Mal ärgerte er sich. Beim zweiten Mal setzte er sich hin und sah nach, was sich verändert hatte. Es war einiges.
Später, viel später, hat ihn jemand gefragt, wie er das gemacht habe, so einen Weg. Er hat ehrlich geantwortet: gar nicht. Er sei einfach gegangen und habe sich beim Gehen nicht stören lassen.
Der kürzeste Weg ist selten der,
an den
man sich erinnert.
Diese Zeichnung war eigentlich als Landschaft gedacht. Der Weg kam zuerst, die kleine Figur erst zwei Tage später, und mit ihr kam der Maßstab. Vorher war es eine Linie. Nachher war es eine Entfernung.
So geht das oft: Man zeichnet etwas, und es bedeutet nichts. Dann setzt man einen Menschen hinein, und plötzlich ist es weit.